Fieseler Fi 103 - Sprengkopf
Verschiedene Sprengköpfe Die Fieseler Fi 103 war eine Kriegswaffe. Ihr eigentlicher Zweck war die Zerstörung von Leben und materiellen Werten beim Gegner. Dazu liegt zwischen dem zentralen Tank und der Gerätespitze der “Lastraum” genannte Sprengkopf. Die normale Sprengstoffmenge betrug 830 kg, wobei meist konventioneller Bombensprengstoff Amatol zur Verfüllung kam. Ein Teil der Flugkörper wurde aber mit der sogenannten “Trialen”-Mischung ausgerüstet, welche durch Zusatz von Aluminiumpulver eine deutlich verstärkte Sprengwirkung hatte. Für eine Version der Fi 103 mit gesteigerter Reichweite wurde die Sprengstoffmenge reduziert, um mehr Treibstoff und Druckluft mitnehmen zu können. Es gab Pläne, die Fi 103 im Bedarfsfall mit chemischem Kampfstoff (K-Stoff) zu bestücken. Dieser sollte nicht durch eine Explosion beim Aufprall des Flugkörpers, sondern noch im Flug durch Ausschütten von kleineren Tochterkörpern verteilt werden. Eine Zeichnung, die einen solchen Lastraum zeigt und mit “Schüttbehälter für K- Stoffbüchsen” beschriftet ist, wird von “Spezialisten” gerne für den Beweis der Existenz von deutschen nuklearen Sprengköpfen gehalten. Der eindeutige Begriff K-Stoff wird dann als “Kernsprengstoff” interpretiert. Auch Ladungen mit Brandschrapnellen und Flugblatt-Verteilern wurden untersucht. Vier verschiedene Auslöser für die Explosion Damit die Flugbombe ihren militärischen Auftrag erfüllen konnte, war es unbeding notwendig, sie mit großer Sicherheit im Ziel explodieren zu lassen. Für einen normalen Flugverlauf mit Aufprall nach einem Sturzflug ins Ziel waren deswegen zwei Aufschlagzünder an Bord. Direkt in der Spitze, zwischen Luftlog und Kompass-Kessel befand sich der Auslöser für den ersten Zünder. Das Zündsignal wurde beim Aufprall elektrisch an den Zünder weitergeleitet. Dieser befand sich im zentralen Zündrohr des Sprengkopfes. Dieses leitete die Gase der Zünderexplosion durch den gesamten Sprengstoffblock. Damit nicht versehntlich ein Spannungssignal der Bordsysteme die Explosion auslöste, war ein Entstörer zwischengeschaltet. Da die elektrischen Zünder zu vielen Explosionen auf der Startschleuder führten, wurden sie von der Truppe oft deaktiviert. Ein weiterer Einschlagzünder befand sich an der Oberseite des Sprengkopfes, er arbeitete zur Sicherheit mechanisch. Sollte das Abstiegsgerät versagen und die Fi 103 im Gleitflug niedergehen, war an der Unterseite ein Gleitschalter installiert. Beim Aufsetzen des Rumpfes auf den Boden wurde eine Feder zusammengedrückt und elektrisch der erste Aufschlagzünder betätigt. Der vierte Zünder befand sich ebenfalls an der Oberseite und war ein mechanisch arbeitender Zeitzünder. Er sollte verhindern, dass die Fi 103 dem Gegner unversehrt in die Hände fiel. Durch eine Abreißkupplung wurde der Zeitzünder beim Start aktiviert. Eine Laufzeit von 35 Minuten war voreingestellt, mit einer Differenz von plus/minus 5 Minuten musste gerechnet werden. Text: -  Uwe W. Jack Abbildungen: -  Mit freundlicher Genehmigung des Militärhistorischen Museums - Flugplatz Gatow    und Sammlung Uwe W. Jack
Oben links: Der hier in Berlin-Gatow mit Rostschutzfarbe rot gestrichene Sprengkopf hat oben die beiden Zündereinsätze für einen Aufschlagzünder vorn und weiter hinten für den Zeitzünder. Dieser sollte eine nicht explodierte Flugbombe vernichten, damit sie nicht vom Gegner untersucht werden kann. Wie die vielen Fotos von erbeuteten, bauchgelandeten Fi 103 beweisen, war der Zeitzünder sehr unzuverlässig. Beide Zünder wurden beim Start durch Abreißsicherungen geschärft. Oben rechts: Der Zündereinsatz aus der Nähe gesehen.
Oben und unten: Der ungewöhnlich Gleitschalter der Fi 103 unter einer Gummikappe, ein Zünder der bei einer Bauchlandung ansprach.
Die Zündsysteme der Fi 103.  - durch Klicken vergrößern -
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